Chemotherapie

Ich erhielt auf Grund eines Keimzelltumors 3 Zyklen Chemotherapie nach dem PEB-Schema. Ich möchte hier meine Erfahrungen über diese PEB-Therapie schildern und euch dadurch eventuell Hilfestellungen anbieten, damit ihr halbwegs positiv in die Therapie gehen könnt. Dies sind meine Erfahrungen und die Reaktionen meines Körpers auf die Therapie, welche nicht zwangsläufig bei euch auch gleich sein muss.

Am ersten Tag der Therapie (stationäre Aufnahme) wurden Befunde analysiert, Blutbefund erstellt und dann die Therapie nach den jeweiligen Erkenntnissen geplant.

Am 2. Tag wurde mit der eigentlichen Therapie begonnen, welche bei mir über einen Venflon verabreicht wurde, was aber nicht immer der Fall sein muss, denn oft wird auch ein ZVK gelegt, wenn die Venen geschont werden sollen oder nicht bereit sind, für die Menge an Flüssigkeit.

Ich hatte mich schon vorher in diversen Foren und Infoquellen schlau gemacht und kannte einige bekannte Nebenwirkungen, wie extreme Übelkeit, Appetitlosigkeit oder Haarausfall. Trotz alledem ging ich mit sehr positiver Einstellung in die Therapie und war auch überrascht, dass die Nebenwirkungen ziemlich gering waren, was auch darauf zurückzuführen ist, dass man auch gegen die Nebenwirkungen Medikamente verabreicht bekommt. Bei mir waren das ein starkes Cortisonpräparat, Navoban und Ement, welches die Nebenwirkungen in Grenzen gehalten haben. Ich war während des ersten Zyklus extrem müde und mir war übel, wie man es kennt, wenn man einen Kater hat. Die Geschmacksnerven und Mundschleimhaut sind nicht wirklich intakt und deshalb isst man nicht, weil man Hunger hat, sondern so in etwa aus Gewohnheit, schmecken tut das ganze nach nichts. Wichtig ist auch, dass man während der Therapie sehr viel Flüssigkeit zu sich nimmt, was man am besten verträgt, das zeigt sich bald, denn ich hatte extremes Sodbrennen auf alles Süße, sowohl Essen und Trinken.

Das Immunsystem wird durch die Zytostatika stark geschädigt und auch das Blutbild geht eher ins Negative, weshalb man sich nicht anstrengen soll und vor allem versuchen, keine unnötigen Infektionen einzufangen. Bei mir war es erforderlich zwischendurch Neupogen zu injizieren, da meine Leukozyten am Boden waren und somit das Immunsystem sehr anfällig ist.

Was ich auch nicht wirklich vertragen habe, war direktes Sonnenlicht, wenn dann nur ganz kurz, aber mehr war nicht drin. Meine Haut war auch ganz schrumpelig und deshalb nur mit Babyduschbad mit viel Creme zu verwöhnen, was aber ganz gut geklappt hat, nachher sowieso eincremen Pflicht!

Zum Schluss habe ich auch in den Fingerspitzen komisches Gefühl bekommen, was sich aber angeblich laut Ärzten wieder legen soll. Was noch zu erwähnen ist, der Schlafkonsum nimmt von Zyklus zu Zyklus zu, ich habe sogar untertags während die Therapie reinlief viel geschlafen, aber es ist nicht weiter schlimm, der Körper braucht halt doppelt Erholung!
So das waren meine Erfahrungen dazu, wenn dies jemand liest, der auch diesen Weg gehen muss, dann IMMER positiv nach vorne sehen, ich habe meine 3 Zyklen hinter mich gebracht und hoffe ich habe jetzt alles überstanden!

Kopf hoch und positiv denken, dann geht’s vorwärts!!

Bei Fragen, einfach per Mail hier melden ich versuche so gut wie möglich zu helfen!

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